Unterwegs im Bordelais (1): Bordeaux

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Auf dem Flugsteig in Paris treffe ich meinen alten Freund und Bloggerkollegen Paul Fritze, schon so manchen kulinarische Schlacht schlugen wir gemeinsam und wir freuen uns auf diese: 48 Stunden Bordeaux, ein Wochenende in Wein. Eingeladen hat uns der Winzerverband Bordeaux (CIVB) und unsere Gastgeberinnen vor Ort sind Alena von segmenta pr und Reiseleiterin Catherine. Vom Flughafen Bordeaux-Mérignac geht es mit dem Auto in die nahe Stadt, wir fahren durch das alte Weinviertel. In den geduckten, zweistöckigen Häusern aus Muschelkalk wurden die Weine früher gekeltert und zur Reife gebracht, heute passiert das auf den Châteaus selbst und in den Straßen des alten Weinviertels reihen sich schmucke Weinläden, artisane Metzgereien und Käsereihen an Confiserien und Bäckereien. Ich bin sofort verliebt.

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Unsere erste Nacht verbringen wir im Lacourcarrée, einem bezauberndem kleinen Stadthotel in dem alte Substanz umsichtig und minimalistisch schlicht mit einer Prise Modernität vermählt wurde. Wir werfen nur schnell den Koffer ab, denn wir müssen in die Schule!

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Die l´École du Vin de Bordeaux liegt mitten in der Stadt, das Entrée bildet eine imposante Weinbar, die in atemberaubend hohe Räume mit Säulen und Glasmosaiken führt, eine Kirche für den Wein. Im Obergeschoss genießen wir dann im eher schmucklosen Klassenzimmer eine formidable Einführung in den Bordeaux-Wein, Catherine erklärt wunderbar und kredenzt flüssige Beispiele.

Qzrw-fkCX3hmgZir3FkQyXNFgdSModu0Gae9XgCSIs8Vollstreber, alle beide!

Nachvollziehen lässt sich das übrigens für jedermann, die l´École du Vin de Bordeaux bietet regelmäßig Kurse an und mit etwas Vorlauf werden auch persönliche Arrangements möglich gemacht. Heißer Tipp: die deutschsprachige Broschüre „Einführung in die Bordeauxweine“ ist großartig gemacht und lässt keine Fragen offen. Einen Vorgeschmack gibt es online auf der Seite von Bordeaux Wein!

Wir schlendern durchs abendliche Bordeaux, ein letzter, lauer Sommerabend und ich bin begeistert von der Schönheit der Stadt, den imposanten Prachtbauten, dem fröhlichen Leben in den bunten Gassen, alles hier dreht sich hier scheints um Wein und Genuss, Restaurants und Weinbars an jeder Ecke, hinter jeder Tür, überall Musik und junge Leute. Ich hatte Bordeaux als Stadt nicht so auf der Liste, ein riesen faux pas, ich weiß jetzt schon, ich werde öfter kommen müssen, ich habe eine neue Lieblingsstadt entdeckt.

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Dann passiert, weshalb ich social media und diese ganze Internetnummer so mag. In einer Weinbar stößt Freund und Bloggerkollege Torsten Goffin mit seiner Frau zu uns – die beiden sind im Urlaub in der Nähe und haben via Twitter erfahren, dass wir hier sind. In großer Runde geht’s weiter ins Restaurant Chez Dupont, dass unsere Gastgeber ausgesucht haben, weils hier typische französische Küche gibt.

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Die schmeckt! es gibt Artischocken mit lockig zarter Gänseleber, Salat mit Schweinskrusteln, ein unfassbar riesiges Côte de Cochon, ein butterzartes Kotelette vom hier heimischen Noir de Bigorre Schwein (übrigens in Deutschland via Genusshandwerker bestellbar!). Wir Männer glauben, auch noch Desserts zu schaffen, ich bekomme so ungefähr eine halbe Aprikosentarte serviert, Paul sieht sich mit drei Bud Spencer-faustgroßen cremegefüllten Profiteroles konfrontiert, plus Eiskugel und ¼ Liter Schokoladensauce. Zu allem passt formidable ein 2011 Château Thieuley Bordeaux Sauvignon und die Frage, warum die Genussdisziplinen Wein und Food im Netz eher selten so richtig zusammenkommen wollen/können. Wir schlafen trotz der aufwühlenden Fragestellung gut. Morgen geht es in die Weinberge und Châteaux!

tbc.

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