Lasst uns froh und munter sein! Zehn Katerkiller, die an Feiertagen wirklich helfen.

Feiern ohne Reue: zehn Tipps, die bei vorsätzlichem Alkohol-Genuss wirklich helfen

Zum Jahreswechsel wird ja gelegentlich mit dem festlich verordneten Trinkgenuss übertrieben, eine Feierei jagt die Nächste und manche davon, ich verstehe das, muss man sich schön trinken. Alles eskaliert dann zu Silvester, anderntags strafen ein dicker Kopf und gute Vorsätze.

Das muss nicht sein – hier kommen zehn Tipps, die bei vorsätzlichem Alkohol-Genuss wirklich helfen. In diesem Sinne: Prosit! ( lat. „prodes“ (= „nützen“, „zuträglich sein“) – Möge es nützen!

1. Vorbereitet sein!

Profis wissen: Vorbereitung ist alles. Das gilt auch für den gepflegten Umtrunk! In Russland baut man mit rohen Eiern und Speiseöl vor – ein schützender Film auf den Magenwänden, der leider im Laufe einer lustigen Nacht auch reißen kann. Fette Speisen helfen kurzfristig ähnlich, machen aber träge. Besser: Zink! 15 g-30 mg schützen nicht nur vor einer Erkältung und stärken das Immunsystem, sie wappnen auch fürs Gelage. Erhältlich in der Apotheke und dem Reformhaus.

Ein echter Profitipp, den ich aus dem schönen Büchlein Health for Hooligans habe, so der Titel der Orginalausgabe von Sandy Fawkes Anleitung für leidenschaftliche Trinker. Fawkes erkannte bereits 1982:

Wir Trinker spielen in der Welt eine so wichtige Rolle, dass wir auf uns selbst Acht geben sollten. Wir müssen fit bleiben, damit wir auch morgen noch fröhlich Unfug anrichten können.“

Das sehr lustige und kurzweilige Büchlein wurde von Ingo Herzke genial übersetzt und ist unter dem Titel “Ernährungsgrundlagen für den leidenschaftlichen Trinker” (Metrolit Verlag 2013) hier und da noch antiquarisch erhältlich.

2. Essen. Dauernd.

An dieser Stelle darf ich Alexej zitieren, Gastgeber in meiner Erzählung “Dem Wodka treu, die ganze Nacht” aus meinem Kurzgeschichten-Band Schlaraffenland: „Wir Russen sind Kämpfer. Und wir kämpfen auch mit dem Wodka. Wir gewinnen den Kampf mit dem Wodka, weil wir schlau sind. Wir trinken nie, ohne dabei zu essen.“ 

Und das habe ich dazu beim Festplatte-Aufräumen gefunden! Ich freue mich, hier den Live-Mitschnitt einer Lesung präsentieren zu können, aufgenommen auf der Schlaraffenland-Lese-Tour, am 03. April 2013 im Salon Weingeist in Eutin, viel Spaß!

“Dem Wodka treu, die ganze Nacht” (Live-Lesung, 08:11 Minuten)

3. Wasser, Wasser, Wasser…

Das ist sowieso der Pro-Tipp schlechthin, sponsored by: Mutter! Und zwar by meiner Mutter und deiner Mutter, überhaupt alle Mütter haben das drauf: „Kind, trink zwischen jedem Glas Alkohol ein Glas Wasser“ – und wir Kinder haben immer gelacht und den guten Rat ignoriert.

Neulich war ich auf einer Party im Bayerischen, da wusste ich, das wird heftig, da kommst Du nicht raus, freundlich Abwinken war keine Option. Ich machs kurz: Mutters Ratschlag penibelst befolgt, halb sieben am Morgen im Hotel, fünf Stunden später quicklebendig aufs Mittagessen gefreut und dann fröhlich 700 Kilometer nach Hause gefahren. It works. Aber sowas von gut. Danke, Mutter!

4. Treue wird belohnt! (about Schnaps)

Erinnerst Du Dich an Alexj und was er uns weiter oben erklärt hat, über die Treue? Genau! Bleibe, wenn irgend möglich, einem Getränk treu, die ganze Nacht. Wirklich ausgezeichnet funktioniert das mit Weißwein, mit Bier auch. Wenn das keine Option ist, bleibt es bitte wenigstens in der Familie, sprich: heute mal nur Wein. Heute mal nur Bier. Heute mal nur Gin Tonic. Heute mal nur Champagner. Wasser dazwischen nicht vergessen.

“Kurze”, “Runden” und “Verteiler” können Genussmittel sein, sie können uns aber den Folgetag am ehesten ruinieren. Ich lasse das mittlerweile auf Partys gänzlich. Was da auch eher doof ist, ist die folgende „Reihenfolge“, die sich jedoch bei Feierlichkeiten leider größter Beliebtheit erfreut (das ergibt sich ja oft einfach genau so): Sekt, Weißwein, Rotwein, Verdauungsschnaps, Gin-Tonic, Bier und dann nochirgendeincocktailnochdanngehenwiraberheimverdammtwokommtdennjetztdasschnapstablettherachegal…. das klappt nie und tut immer weh. Wir bleiben Troy!

5. Kein Alkohol ist (mittlerweile) auch eine Lösung.

Der Tipp funktioniert 120 % – war aber lange eine eher freudlose Angelegenheit, im Unspannungsverhältnis zwischen Cola und Apfelsaftschorle. Mittlerweile hat sich was getan. Bei den alkoholfreiene Bieren hat mich bislang nur das Kehrwieder IPA ÜberNormalNull wirklich überzeugt, es gibt aber immer mehr sehr gute alkoholfreie Perlweine – fragen Sie ihren Weinhändler!

Und auch der Spirituosen-Markt wird kreativ, bei einer Verkostung begeisterten mich alkoholfreier Vermouth und Orange Bitter von undone, so gut, die funktionieren sogar schlicht auf Eis, beim Vermouth hätte ich es nicht mal bemerkt. Alkoholfreier Gin und Rum fielen in der Pur-Verkostung ab, entfalteten sich aber in klassischen Drink-Kombinationen hervorragend.

Nicht zuletzt: dem Buch Die neue Trinkkultur von Nicole Klauß gelingen “Erwachsene alkoholfreie Getränkebegleitungen.” Es braucht hier und da ein bißchen Planung und Vorbereitung, dann macht das aber auch richtig Spaß!

6. Anti-Kater-Doping vor dem Zubettgehen

Dieser Tipp ist ähnlich wichtig und hilfreich wie der Wasser-Trick, eine echte Geheimwaffe. Blöderweise ist man an diesem Punkt immer schon arg beschwingt und dann vergisst man das gerne mal. Was schade ist, denn jetzt entscheidet sich unser nächster Tag nochmal ganz erheblich. Der Körper hat in den vergangenen Stunden viel verloren, Wasser, Mineralstoffe, Vitamine. Wir sollten diese Speicher jetzt schon auffüllen.

Essen vor dem Zubettgehen ist keine gute Idee, die letzten Gläser waren aber auch keine so gute Idee, also los, retten wir, was zu retten ist. Vor allem soll es jetzt schnell gehen! Nüsse sind die Geheimwaffe schlechthin (Magnesium!) Große Apfelsaftschorle dazu.

Ich mach mir immer noch zusätzlich eine Magnesium-Brause, Magnesium wird jetzt sowieso gebraucht, es entspannt im Nebeneffekt aber auch noch die Muskeln und sorgt für einen tieferen Schlaf! Und das Magnesiumbrausetütchen, legen sich Profis schon vor der Party aufs Kopfkissen – gegen das Vergessen!

Klar funktionieren auch überackene Käsebrote und Chili, Spiegeleier, Dosensardinen… aber! Dein Körper hat eh schon einiges zu tun, mit vollem Magen schläft es sich noch schlechter – die Midnight Miso ist der unterstützende Zaubertrank, der neue Energie schenkt, ohne zu beschweren:

7. Midnight Miso

Auf meine Midnight Miso schwöre ich seit Jahren: für eine Portion oder Tasse, einfach 300 ml Wasser mit 1-2 TL Lieblings-Misopaste glatt rühren und genießen. Durch Zugabe von 1-3 TL Sojasauce und/oder einem Tröpfchen Chilisauce oder Sesamöl, wird die Suppe noch kräftiger und anregender. Wer mag, kann das Wasser durch eine kräftige Brühe und/oder Dashi ersetzen und etwas feinblättrig geschnittenen Ingwer, oder einen Hauch Knoblauch, oder ein paar Blättchen frischen Koriander für 5 Minuten in der Brühe ziehen lassen. Dein Körper wir es Dir danken!

8. Rise & Shine - der Tag danach

Die schönsten Silvesterpartys habe ich immer schon am 1. Januar gefeiert. Dieses Aufgekratze ist weg. Still liegt die Welt. Jetzt feiern die Profis! Mit einem Aufräum-Brunch: viele Hände, rasches Ende und ein saftiges Frühstück, bei dem es an nichts fehlt! Grillwürstchen, Eierspeisen, gebeizter Lachs! Und diese “Toastie”-Brötchen aus meinem Buch “Auf die Hand“! Superschnell gemacht!

9. English Muffins

Irgendwo zwischen Toast und Brötchen liegt der english muffin, der in deutschen Supermärkten unter dem Namen Toasties in der Abteilung mit den Industriebackwaren zu finden ist. Hausgemacht, und warm aus dem Ofen, schmecken sie am besten und die Herstellung ist so einfach, dass sie selbst am Morgen und noch im Pyjama zu bewältigen ist, nebenbei kann der Frühstückstisch gedeckt werden, während der Teig geht.

Zutaten für 12 english muffin:

320 g Mehl (Typ 505 + Mehl zum Verarbeiten)

30 g Maisgrieß (+ Maisgrieß zum Verarbeiten)

5 g Hefe

150 ml lauwarme Milch

15 g Zucker

1 Ei (M)

20 g Butter

5 g Salz

Öl für die Pfanne

Zubereitungszeit: 20 Minuten + 2 x 15 Minuten Gehzeit

300 g Mehl in eine Schüssel sieben, mit 10 g Maisgrieß mischen, mittig eine Mulde formen. Hefe mit der lauwarmem Milch und Zucker glatt rühren und in die Mulde gießen. In der Mulde einen kleinen Vorteig anrühren, mit Mehl von der Seite bedecken und zugedeckt an einem warmen Ort 15 Minuten gehen lassen. Das Ei verquirlen und mit der weichen Butter und dem Salz zum Vorteig geben. In der Küchenmaschine oder mit den Teigquirlen des Handrührgerätes zu einem glatten Teig verarbeiten.

20 g Maisgrieß mit 20 g Mehl mischen, die Arbeitsfläche damit bestreuen und den Teig darauf 1 cm dick ausrollen. Mit einem 9 cm Ø Ausstechring zehn Teiglinge ausstechen. Reste zusammenkneten, nochmals ausrollen und nochmals 2 Teiglinge ausstechen*. Auf einem Blech mit Backpapier, zugedeckt nochmals 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Eine beschichtete Pfanne dünn mit Öl ausstreichen und die Teiglinge darin bei milder Hitze von jeder Seite 4 Minuten braten. Schon gebratene english muffins kannst Du im 50 Grad heißen Ofen warm halten.

Tipps:

Die Teigreste vom letzten Ausstechen kannst Du in kleinen Stücken in der geölten Pfanne 8 Minuten rösten und als Brotsnack mit Dips oder zu einem Salat servieren. English muffin schmecken warm und kalt. Sie werden gerne mittig halbiert, dann nochmal getoastet und wie Frühstücksbrötchen verwendet. Se lieben Butter und Marmelade, aber auch gebeizten Lachs, Käse, Schinken, Eier und Bacon.

10. Green Snapper - der erste Drink des neuen Jahres!

Ich freue mich, Euch an dieser Stelle den Green Snapper vorstellen zu dürfen, einer der schönsten Morning After-Drinks seit der Erfindung der Bloody Mary – hier kommt die grüne Schwester!

NutriCulinary-Leser*innen wissen, bei Gin und Genever bin ich länger schon ein Freund der raffinierten Craft-Destillate aus der niederländischen Distillery Rutte. Es sind die in Vielzahl ungewöhnlichen und pointiert eingesetzten Botanicals, die Genever und Gin aus dem Hause Rutte so außergewöhnlich machen – zudem ist Brennmeisterin Myriam Hendrickx eine Künstlerin, die aus Bränden Persönlichkeiten schafft. Einzigart, von herber, eher kräutriger Würze ist der Rutte Celery Gin, der neben der Wachholderbeere u.a. auch Noten von Kardamom, Orange, Koriander und grünem Sellerie mitbringt. Schon pur auf Eis eine Offenbarung!

Abends macht er großen Spaß als einfacher Gin Tonic mit dem gewissen etwas, der Klassiker Negroni vor dem Dinner gelingt in Perfektion! Oder eben als Celery Gin Basil Smash –  der Legende aus der Lion Bar in Hamburg!

Die Rutte Brand Ambassadors Laura Schacht und Julian Klotz (De Kuyper Royal Distillers) haben jetzt den After-Party-Drink Green Snapper mit Rutte Celery Gin entwickelt, ein vielschichtiger, frischer Drink der mit Süße, Säure und Würze spielt, ein echter Muntermacher – und super unkompliziert:

Der Green Snapper lässt sich komplett am Vortag mixen…

…und dann zugedeckt  in einer Karaffe kalt stellen! Ich rate sogar zur Vorbereitung, die Aromatik ist andertags reifer, milder und runder. So gehts:

Basis ist, neben dem Rutte Celery Gin, der Green Juice – ein echter Power-Trunk aus Ananassaft , frischen Kräutern und scharfen Jalapeños:

1 Liter Ananassaft-Direktsaft

1-2 Jalapeños Scheiben (nach Geschmack, nicht zu scharf machen, mir war eine gut ausreichend!)

20 Blätter frische Minze

eine Handvoll Koriandergrün

Saft von einer Limette

100 g Zucker (ich hab ehrlich gesagt keinen Zucker gebraucht, das ist aber auch stark vom Saft abhängig)

2 Prisen Salz, 4 Prisen weißer Pfeffer aus der Mühle

Den geruhten kühlen Super-Juice müsst Ihr jetzt nur noch durch ein feines Sieb geben und dann pro Glas je 50 ml Rutte Celery Gin über 1-2 Eiswürfeln/Kugeln mit 100 ml Green Juice vermählen und mit frischem grünen Sellerie dekoriert servieren!

Beim Glas ist im Original-Rezept ein Longdrinkglas vorgesehen, das ist super, ich fand das schöne Craftbeer-Stilglas aber einfach eleganter zur Party oder zum Frühstücksbrunch, zudem entfalte sich die Aromen in diesem Glas genial, riecht mal, wie frisch und appetitlich das duftet!

Der Green Snapper passt übrigens ausgezeichnet zu Austern! Hier ein sensationelles Austern-Rezept (mit Grüner Apfel-Schalotten-Vinaigrette!) aus dem Effilee-Magazin!

Das neue Jahr kann kommen - möge es ein richtig Gutes für Euch werden! Kommt gut rüber, kommt gut rein!

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