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Kurz anrubbeln und schnuppern. Es stimmt tatsächlich. Die Zimtsterne auf dem Cover der neuen Effilee verströmen den Duft von… äh, nicht so sehr Zimtsternen, eher riecht es nach Big Red, einem Zimtkaugummi, den ich in der dunklen Zeit der Pubertät aus unerfindlichen Gründen gerne kaute. Ansonsten kann das Cover auch sprechen und zwar für sich.

Ganz ohne Rubbelduft kommt die Geschichte über Gouda aus. Dass der Käse besser sein kann als sein Ruf, hat Ursula Heinzelmann recherchiert, die ein paar Seiten später auch vom Stilton erzählt. Nach Seeluft riecht Alexander Kasbohms Reportage über Nordseekrabben und das liegt an den Hochsee-Fotos von Andrea Thode.

Der dänische Dauergastautor Kristian Ditlev Jensen war mit dem Verwalter eines Autorenrefugiums und Übersetzerzentrums essen und musst dabei erfahren, was AutorInnen so essen bei der Arbeit. Es ist schlimm. Mehr Spaß hatte Jensen bei seinem Selbstversuch im Wiener Kaffeehaus, einen ganzen Tag verbrachte er in der wundersamen Welt des Café Weidinger. Sigrid Engeler hat beide Geschichten übersetzt.

Richtig unter Druck geriet der Chef persönlich bei der Arbeit am neuen Heft: Effilee-Herausgeber Vijay Sapre experimentierte beim Unterdruck-Kochen mit Sous vide & Vakuum, bei seinem Besuch in der Champagne war es dann eher der Überdruck der für Furore sorgte.

Einer der ja auch gern mal Druck macht, ist Ausnahmekoch Tim Raue. Autor Eric T. Hansen hat ihn und seine Frau monatelang auf dem Weg zum neuen Restaurant in Berlin begleitet. Da menschelte es doch stark, wie überhaupt im ganzen Heft. Ali Güngörmus steht Rede und Antwort und Hospitzkoch Ruprecht Schmidt wird vorgestellt, über dessen Arbeit Dörte Schipper ein ergreifendes Buch geschrieben hat: „Den Tagen mehr Leben geben“ habe ich damals hier vorgestellt.

Persönlich habe ich mich sehr über das Lebenszeichen von Hermes Phettberg gefreut, Sebastian Bordthäuser hat den Künstler, Autor und ehemaligen TV-Gastgeber („Phettbergs Nette Leit Show“) besucht. Ich schätze den Exzentriker Phettberg sehr, seit ich einmal sein Chauffeur bei einem Hamburg-Auftritt war, das ist unvergesslich. Ich habe mich sehr gefreut ihn, nach Jahren und knapp hundert Kilo leichter, in der Effilee zu entdecken.

Von mir gibt es wie gewohnt die Schnellen Teller, diesmal:
Shiitake-Bolognese mit Bandnudeln, Chorizo in Rotwein geschmort, Safran Bouillon-Gemüse mit Pinienkernen und Créme Fraîche, Hirschmedaillons mit Parmesan-Kartoffelstampf, Warmer Linsensalat mit gebratener Blutwurst, Hähnchen-„Cassoulet“ mit Bohnen und Paprika und Orangen-Grapefruit-Salat mit Mascarpone und gebrannten Mandeln. Außerdem haben Fotograf Thode und ich im sicheren Hafen der Redaktionsküche meine Rezepte für ganze Fische in Szene gesetzt und in der Deutschstunde serviere ich diesmal die Weihnachtsgans-beinahe klassisch und wirklich einfach.

Fotografin Astrid Grosser inszenierte zusammen mit Linda David und Haare & Make-Up Stylistin Spiri Fountoglou meine heißen Winterdrink- und Cocktail-Rezepte: es gibt Hot Buttered Rum, Orange Chai Latte, eine Schokoladenmilch mit Lebkuchen, es gibt El Duro (einen Schwarztee mit weißem Portwein) und Earl Cream, mit Whisky und Vanilleeis. Meine Arbeit beim Fototermin bestand in erste Linie darin, in schmerzhafter Zwangshaltung zwischen den Beinen der Fotomodelle zu kauern und mit einem Strohhalm bewaffnet, weißen Kunsteisnebel in die Gesichter zu dirigieren. Zu allen Drinks passen übrigens hervorragend Zimtsterne.

Effilee im Internet:
www.effilee.de

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