Südsteiermark: stiller Luxus für Genießer – ein Besuch im PURESLeben Hideaway


Gestehen wir es uns doch ein, die Fest- und Feiertage zu Weihnachten und Jahreswechsel mögen bestenfalls ein Vergnügen gewesen sein, erholsam war das nicht. Und wenn man dann schon gegen Ende Januar beim Blick in den Kalender feststellt, dass die Nummer mit „weniger arbeiten!“ und „mehr Zeit für mich!“ erneut nur als gelungener Selbstbetrug durchzugehen vermag – ist es eventuell Zeit, im Alltagsrauschen mal beherzt den Blinker zu setzen.

Das haben wir am vergangenen Wochenende getan und sind auf Einladung der Winzerfamilie Silly für ein Wochenende in eines der Premium- und Lagen-Ferienhäuser gezogen, die die Familie in der Südsteiermark unter der Dachmarke PURESLeben vermietet.

Alle Häuser eint eine großzügige, lichtdurchflutete Architektur, viel Holz und Natursteine, alte Substanz wurde liebevoll neu gedacht – alles ist geprägt von einem komfortablen Minimalismus: es fehlt an nichts, alles ist da, was wichtig wäre.

Und diese Aussicht! Draußen schwarze Tannenwälder, sanfte Hügel, still belegt mit unberührtem Schnee. Unser Haus ist wunderbar geräumig, mollig warm, es duftet nach Holz. Es gibt einen Kamin und eine gläserne Panorama Sauna, Bad mit Wanne und Regendusche.

Draußen wird es langsam dunkel, und wir müssen hier nicht mehr weg, die Sache ist beschlossen! In der Kammer finden wir die Weine der Weinmacher Dietmar und Gerald Silly, unsere Gastgeber produzieren echt steirische Typen-Weine aus den Lagen Zieregg/Berghausen und Grassnitzberg. Der Welschriesling kommt eiskalt aus meinem selbstgebauten Schnee-Schnell-Weinkühler vor dem Haus: funkelnd hell, blumig-zitronig in der Nase und von frischer Mineralität, die Muschelkalkböden machens.  Dazu gibt es eine Jause, die Sillys haben uns Brot, eine luftgetrocknete, gerauchte Wurst und Kürbiskernöl-Quark als Willkommens-Gedeck aufgetischt.

Ganz für sich und doch gut versorgt!

Im Kühlschrank stehen die „Silly-Gläser“ mit regionalen Spezialitäten, Käse, Schinken, Joghurt, goldgelbe Butter in Papier geschnürt, rohe Eier auf Stroh gebetet – alles ist, wie die Weine, Wasser, Milch und die hausgemachten Säfte (Cox-Orange Apfel) auch, im Buchungspreis inkludiert.

Irgendwann klopft es an der Tür und eine junge Frau überreicht das Abendessen in einem Picknickkorb: ebenfalls in Gläsern und Stoffservietten gut verpackt, Rote Bete Salat mit geraspeltem Kren, ein Hirschgulasch mit Semmelknödeln und Preiselbeeren, zwei dicke Stücke Apfelstrudel mit Nüssen. Es ist genial, man muss wirklich nirgendwo mehr hin, die Sachen lassen sich in der großen, offenen Landhaus-Küche einfach erwärmen. Ich öffne zum Gulasch den Zweigelt der Familie, aus dem Tiefdunkel tauchen die reifen Kirschen eines warmen Sommer auf, dazu ein Hauch Tabak, kräutige Noten, ein saftiger Wein mit Charakter.

Die Philosophie des Hauses setzt sich im Essen von Juniorchef Christopher Silly (25) fort, minimalistisch, pur, regional, die Produkte stehen für sich, ohne jedes Schischi. Auch das ist Erholung, gerade für Berufsesser. Es fehlt an nichts.

Anderntags reicht unsere Energie für einen ausgedehnten Waldspaziergang, hier oben auf 600 Metern ist die Südsteiermark ein stilles Winterwunderland. Dem Schnee beim Knirschen zuhören. Warten, dass sich nochmal funkelnder Schneestaub im Sonnenlicht von einer Tanne löst. Das ist Erholung. Und anstrengend, schnell, ein Mittagsschlaf!

Lesen. Einen riesigen Fernseher gibt es auch. Und supergutes WLAN. Alles kann, nichts muss. Abends schaut der Junior-Chef selbst vorbei und das ist gut so: wir sind so derartig entspannt, dass Christopher Silly alles zweimal erklären muss, wir können es kaum glauben. Also. Das Abendessen wird heute von uns selbst am Tischgrill zubereitet. Es gibt Karpfen.

Wie auf dem Bild unschwer zu erkennen: die Vorstellung, in einem überwiegend aus Holz bestehenden Haus (das mir nicht gehört!) am Tischgrill zu wirken, war mir nicht gleich von Anfang an durchgehend sympathisch! :-)))

In der nächsten Stunde haben wir viel Spaß: den Denk-Grill draußen mit Holzwolle und Brikett befeuern. Warten bis das Brikett leuchtend glüht. Hineintragen und Kartoffeln in der mitgelieferten Paella-Pfanne rösten, dann die Fischfilets aus dem Weck-Glas braten, Aromaten wie Zitrone, Thymian und Knoblauch sind dabei. Derweil auf dem Herd eine provenzalisch duftende Ratatouille Hitzewallungen bekommt.

Hab ich schon vom Frühstück erzählt? Muss ich auch nicht, Bilder sagen da mehr als tausend Worte:

Die Backwaren hängen gute Geister von außen an die Haustür, während die Gäse noch schlafen.

Weil ich halt doch nicht so richtig der geübte Entspannungstyp bin, fahren wir jetzt doch mal nach Graz rein. Das ist, an einem Samstagnachmittag im Winter: nett. Richtig zum anbeißen und freuen ist der Steirer Hot Dog, den wir am Graz Standl 5 Hauptplatz bestellen, wir müssen uns zwingen langsam zu essen, es ist super:

eine Art Käse-Krainer im knusprigen Speckmantel, liegt auf weichem Krautsalat mit frischen Zwiebeln und einer: Kürbiskernöl-Mayonnaise! Irre gut! Das findet auch ein Herr Tim R. aus Berlin, verkündet ein gerahmter Zeitungsartikel auf dem Tresen des Standls. Wir fahren bald wieder heim und ich sage zum ersten Mal in meinem Leben den schlimmen Eltern-Satz: „um noch ein bißchen das Haus zu genießen.“ Aber ist doch wahr, einfach toll unser Landhaus Altenbach.

Abends wärs mir dann auch mal wieder nach Menschen und weil die Sillys mitdenken, werden alle Ferienhäuser-Gäste am Abend mit dem Auto eingesammelt und zum regionalen Menü von Christopher Silly gefahren.

Ich machs mal kurz: was wir an diesem Abend in der gemütlichen Gaststube der Sillys genießen dürfen, ist auf den Punkt gekochter Regional-Minimalismus, technisch perfekt, in seiner Schlankheit ein konzentrierter Genuss. In Berlin und Hamburg wäre sowas gefeierter Hype, hier ist es einfach echt: butterzarter Schinken vom weiblichen Hausschwein, ein Tartelette mit Rauchfischcreme und mildem Winterrettich, das butterzartes Schweinskarree mit gerösteten Möhrchen. Die Forelle aus eigenen Gewässern, heute gefangen und jetzt nur bleu auf der Haut gebraten, mit Knoblauch-Petersilienbutter serviert. Das pointiert gebratene Kotelette vom Hirschkalb aus eigener Jagd, mit Kartoffelcreme und Wachholderstaub. Die Butter ist ebenfalls selbst geschlagen, der Brotteig durfte über vier Tage reifen. Auch besonders gut gelungen: Grammerl mit Graupen und Schnittlauch. Zum Abschluss luftiger Kaiserschmarrn, mit hausgemachtem Zwetschgenkompott, bereitet auf Holzfeuer! Die stimmungsvollen Lichtverhältnisse waren nicht eben zum Fotografieren mit dem Handy geeignet, zeigen will ich das Menü dennoch, ich ziehe den Hut vor dem jungen Koch und Juniorchef!

Wie kommt man nur zurück in den Alltag, nach so einem Wochenende? Gut eigentlich! Weil mal wirklich mal erholt ist, keine Steuerpapiere sortieren musste, kein Klamottenfalten nach Frau Kondo, keine Mails, niemand ruft an, keiner klingelt. Weil man mal so herrlich weg war, von der Welt und mal wieder für sich, dabei doch verwöhnt und umsorgt.

Einen Kritikpunkt haben wir aber doch! Das Wasser im Pool war wirklich ziemlich kalt und viel zu hart – das werden wir im Sommer nochmal prüfen müssen!

PS: wir danken der Familie Silly für die Einladung, zum Arrangement  „Winterruhe“ . An- und Abreise haben wir selbst bezahlt und organisiert und ich bekomme für diese persönliche Empfehlung kein Honorar.

Instagram Feed Instagram Feed Instagram Feed Instagram Feed Instagram Feed Instagram Feed
Weitere Beiträge
Telmo Pires: die Stimme des neuen Fado aus Lissabon