Küchenmusik: Jamaican-Salad & drei neue Reggae-Alben aus Deutschland

JamaicanSalad

Vor über 20 Jahren ging es so richtig los, mit Reggae in Deutschland, kaum zu glauben, so lange ist das schon her, in meinem alten Blog „Dem Herrn Paulsen sein Kiosk“, findet sich ein Beitrag und ein Buchtipp über die Zeit, als Deutschland im Herbst 1995 zu Germaican wurde, in Hamburg City mit dem Silly Walks Soundsystem, einem Schlacks Namens Gentleman, alles noch sehr Underground damals, wenig später dann wurden Seeed aus Berlin Reggae-Botschafter auch für die Massen, unzählige Künstler, Bands und Soundsystems bereicherten die Szene- heute ist Reggae in Deutschland eine bunte, vielfältige Selbstverständlichkeit.

Gleich drei Akteure der ersten Stunden haben dieser Tage neue Alben herausgebracht, ein schöner Anlass um mal wieder ein bißchen Jamaikanisch zu kochen und neue Musik vorzustellen, vielleicht schämt sich ja dann auch der Sommer ein bißchen und kommt doch noch in Schwung, wenn der Bass einsetzt. Drei Alben für den Sommer:

Délle Neo

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Frank Allessa Délle, aka Seeed-Frontmann „Eased“, hat ein neues Solo-Album aufgenommen und das wummst nicht nur ganz wunderbar, Délle gelingt es mit diesem Album, Reggaemusic frisch und neu zu definieren. Die Styles und Ideen wirbeln durcheinander, da ist auch Platz für leise Töne zwischendurch, für Texte die auch mal was erzählen, und schon geht die Party wieder los, mit dicken Bässen, mächtigen Bläsern, dazu Délles einzigartige Stimme…

Neo kann man so durchhören, macht glücklich und ist meisterhaft produziert von Guido Craveiro, von dem ich seit seinem Remix-Album Album „I don´t like Reggae“ von 2012 alles kaufe und downloade was ich bekommen kann. Neo ist mein Soundtrack für diesen Sommer.

Gentleman & KY-Mani Marley

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Jah blessed! oder auch Gottlob: die Voicecoder-Orgien und Flirts mit Dudelradio-tauglichen Tapeten-Sounds sind überwiegend überwunden, Gentleman klingt auf Conversations in weiten Teilen wieder wie der Gentleman, der ein Jahrhundert-Album wie Journey to Jah gemacht hat. Das liegt mitunter hörbar auch an seinem Sparringspartner, Ky-Mani Marley, dem zweitjüngsten Sohn von Bob Marley. Stimmlich sind beide eh eine Macht und zusammen ist das schon wirklich Gänsehautschön. Und ein wahrer Ska-Schatz findet sich auf dem Album:

„Simmer down“, der Klassiker, die erste Single der Wailers (damals bestehend aus Bob Marley, Bunny Wailer und Peter Tosh), auf dem Album als lässiges Cover mit Gentleman, Ky-Mani Marley und der großartigen Marcia Griffiths eingesungen. Krischsschonwiedergänsehaut, love it!

Silly Walks Discotheque Smile Jamaica

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Ich zitiere mal Ursula „Munchy“ Münch, aus der aktuellen Ausgabe des Riddim-Magazins: „Silly Walks Discotheque gehören in die Plattenkiste wie Salz und Pfeffer ins Gewürzregal. Mit Smiley Jamaica gesellts sich nun ein weiteres, ebenso obligatorisches Album hinzu, das jeden geschmack trifft – egal ob man es scharf und feurig, oder lieblich und süß mag.“ So ist es und wieder mal bescheren uns die Hamburger Silly Walks Discotheque ein Album, dass sich nur dem echten authentischen Sound aus Jamaica verpflichtet sieht.

Wie immer sind Oliver Schrader und Joscha Hoffmann ganz nah dran, versammelten auch für Smile Jamaica viele jamaikanischen Superstars, Newcomer und Talente, alte Weggefährten, neue Freunde. Für Reggaeheads und Connaisseurs ein Festmahl, für alle anderen eine Entdeckung wert!

Do the Jamaican Salad!

Wenn das persönliche Lieblingsalbum gefunden ist, Musik laut aufdrehen und los geht es in der Küche mit meinem Jamaican-Salad, in den Rasta-Farben red, gold ‘n green – der schnippelt sich dazu fast von alleine.

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Für den Salat 6-8 mittelgroße Tomaten in Scheiben schneiden, auf einer Platte auslegen und mit Salz und einer Prise Zucker würzen. Beiseite stellen. 2 bis 3 grünen Paprika mit einem Sparschäler schälen, das macht sie bekömmlicher. Die Paprika entkernen und in sehr dünne Streifen schneiden. In einer Pfanne 3 EL Öl erhitzen, die Paprikastreifen hinein geben, salzen und bei mittlerer Hitze in 4-6 Minuten unter gelegentlichem Rühren weich schmoren. Paprika aus der Pfanne nehmen und weiter 2 EL Öl zugeben. 4-6 frische Ananasringe in die Pfanne geben und 2-3 Minuten anbraten lassen, dann wenden und nochmals 1-2 Minuten braten. 1 EL Honig in die Pfanne geben, die Ananas kurz darin schwenken, ganz leicht salzen, mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle leicht pfeffern und beiseite stellen.

2-3 EL geröstete, gesalzene Erdnüsse grob hacken. Für die Vinaigrette die Hälfte der Schale einer Limette fein abreiben und mit dem Saft der Limette, 1 EL Ananassaft, 1 Tl Honig und 4 El Olivenöl verrühren. Tomaten mittig auf Tellern anrichten, Ananasringe und Paprikastreifen darauf anrichten, mit der Vinaigrette beträufeln. Mit den frisch gezupften Blättern einiger Zweige Basilikum, Koriander und wenig frischer Minze bestreuen. Mit den Erdnüssen bestreuen und servieren. Passt super auch zu gebratenem Fisch oder gegrilltem Fleisch! Reeewind, Selecta!

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