Küchenmusik (5): The Imam Baildi Cookbook

Imam Baildi

Knisternde Hitze, hinter weißen Felsen funkelt das weite Meer, es riecht nach Steinen und wildem Majoran. In der Ferne flirrt die Bouzouki, wehmütig heben Posaune und Trompete an, eine Frau singt klagend von den Unmöglichkeiten der Liebe. Plötzlich: dicke Hip-Hop-Beats, Elektrogeknister, der DJ dreht die Bässe rein, schwarzes Vinyl glänzt in der Sonne, Rembetiko, der traditionsreiche griechische Blues der Underdogs erklingt, mischt sich mit dem federndem Swing der 30er Jahre, rasant rappt der MC, Mambo con Dancehall mit einer Prise Gypsy-Brass und griechischen Wurzeln.

Dass aus diesem reichen Eintopf ein vielgängiges, leichtes Sommermenü wurde, verdanken wir den Brüdern Lysandros und Orestis Falireas, den Gründern der griechischen Band Imam Baildi , benannt nach einem türkischen Auberginen-Gericht, dass sich auch in Griechenland großer Beliebtheit erfreut.

Ihr zweites Album heißt The Imam Baildi Cook Book und die Griechen tischen eine unwiderstehliche Platte auf. Die Idee ist nicht neu aber in dieser Form bislang ungehört: wo sich der amerikanische Hip Hop aus dem Funk und Jazz der 70er Jahre bedient und der Balkan Beat aus der musikalischen Tradition Osteuropas schöpft, sampeln Imam Baildi den griechischen Schlager und Rembetiko der 20er bis 50er Jahre. Dabei greifen die Athener auf einen wahren Schatz zurück: den 78rpm Grammophon-Schallplatten aus dem Musikarchiv ihres Vaters, der einst Chef einer griechischen Plattenfirma war. Reinhören kann man gleich hier mal:

imambaildi by imambaildi

Die Platte schmeckt zu jeder Art kulinarischer Sommerfrische, egal ob Grillparty, Campingküche oder Picknick. Ich möchte in dieser Folge der Küchenmusik, der Band mit meiner Interpretation des Klassikers „Imam Baildi“ („Der Imam fiel in Ohnmacht“) huldigen. Im Original werden Auberginen mit Zwiebeln und Tomaten gefüllt und mit reichlich Olivenöl im Ofen gebacken, es gibt zahlreiche Abwandlungen mit Reis, Pinienkernen, Paprika und Käse, auch fleischliche Varianten sind bekannt. Der Sage nach soll der ehrenhafte Vorbeter, ob der unmengen Olivenöl, die für die gefüllten Auberginen verwendet wurden, in Ohnmacht gefallen sein. Das erspare ich dem guten Mann und serviere meine Auberginenröllchen auf chilischarfem Tomatensugo. Musik ab – und guten Appetit!

Auberginen-Zucchini-Röllchen mit Feta aus dem Ofen auf Chili-Tomatensugo

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Für 2-4 Personen

1 Zucchini
Salz
1 Aubergine
Olivenöl
Pfeffer
1 Dose stückiges Tomatenragout (425 g EW)
1 Knoblauchzehe
5 g Rosmarinzweige
1 El Zucker
1 rote Pfefferschote (vorsicht, scharf!)
150 g Reis
200 g Fetakäse
einige Blätter Raukesalat

Zucchini längs in ca. 12 dünne Scheiben schneiden, die Scheiben auf einem Blech ausbreiten, salzen und 30 Minuten ziehen lassen. Aubergine ebenfalls längs in 12 dünne Scheiben schneiden und in einer großen Pfanne im 6-8 El Öl goldbraun braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Tomatenragout mit 2 El Olivenöl, fein gewürfeltem Knoblauch, Rosmarinzweigen, Zucker und der aufgeschnittenen Pfefferschote in einem Topf 15 Minuten leise einkochen, mit Salz würzen.

Reis in Salzwasser nach Packungsanweisung kochen. Den Reis abgießen, den Topf vom Herd nehmen, mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken, dann den Topfdeckel aufsetzen, so bleibt der Reis warm und dampft trocken aus.

Zucchini mit Küchenpapier trocken tupfen und mit je einer Scheibe Aubergine belegen. Feta fein zerbröseln und darauf verteilen, die Gemüse aufrollen.

Pfefferschote und Rosmarin aus dem Tomatensugo entfernen, Sugo in eine Auflaufform geben, die Röllchen aufrecht hinein setzen und im heißen Ofen, bei 220 Grad (Ober- und Unterhitze, Umluft nicht empfehlenswert), auf der zweiten Schiene von unten 10 Minuten backen. Mit Rauke bestreut zum Reis servieren.

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