Küchenmusik (8): Cooking with „Marley“ – Jamaican Jerk Chicken

Jerk Chicken

Anlässlich des heutigen Filmstarts von „Marley“ der lang erwarteten Bob Marley-Dokumentation des britischen Regisseurs und Oskar-Preisträgers Kevin McDonald (u.a.“Der letzte König von Schottland“ und „Ein Tag im September“) gibt es in der heutigen Ausgabe der Küchenmusik mein allerliebstes, jamaikanische Gericht: Jerk Chicken mit Reis und Bohnen. Jerk Chicken, das sind, bis zur Unkenntlichkeit verkohlte, mörderscharfe Hähnchenteile, nur echt aus dem Holzkohle-befeuerten Öltonnengrill, das sieht dann so aus:

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Wegen der Nachbarn machen wir unser Jerk Chicken ausnahmsweise mal im Ofen! Zuvor aber legen wir Musik vom Meister auf, am allerbesten den neuen Soundtrack zum Film, das hat mich selbst als Marley-Connaisseur umgehauen, einige, teils bislang ungehörte Versionen aus Bob Marleys Gesamtwerk, rare Livemitschnitte, alles hochglanzgereinigt, rund und dick, da hat Rita Marley die Schatztruhe nochmal ganz weit geöffnet!

Schönes Ding! Keine Sorge, gibt’s auch auf CD, macht aber weniger Spaß. Musik an und ab in die Küche. Hähnchenteile waschen, trocken tupfen, das Fleisch mehrfach einschneiden und mit Jerk Chicken-Marinade vermengen. Klassisch kommen viele feuerscharfe Scotch-Bonnet-Chilis, gehackte Frühlingszwiebeln, Nelken, Knoblauch, Thymian, Muskat, Zimt und fruchtigen Kubeben-Pfeffer in die Mischung, ich hab jetzt mal das Original probiert und online beim Pfefferhaus bestellt.

Das Zeug ist unfassbar mörderscharf und extrem gut geeignet Babylon in Flammen zu setzen, zumindest der zartbeseitete, mitteleuropäische Weißbrot-Gaumen wird auf eine harte Probe gestellt – das hab ich aber erst beim Essen gemerkt. Hier in der Küche geht es weiter mit einem Blick in den Film, jetzt sind nämlich erstmal mindestens 12 Stunden Zeit, dem Fleisch beim Marinieren im Kühlschrank alles Gute zu wünschen.

„Ein Denkmal“ schreibt Andreas Müller in der neuen Ausgabe des Riddim-Magazins über den Film – mit vielen O-Tönen von Zeitzeugen und ungesehenem, oder extrem rarem Archivmaterial, über zwei Stunden wird das Leben Bob Marleys „meisterlich in Szene gesetzt und toll fotografiert.“ Das Rita Marley den Film in den höchsten Tönen lobt, mag ein Hinweis darauf sein, dass ein allzu kritischer Blick nicht Teil des Filmes ist, McDonald selbst erzählte Müller im Interview, er habe auch nicht vorgehabt, am Denkmal der Legende zu kratzen. Am Ende seines Artikels resümiert Müller: „Ein wahres Bild Bob Marleys, wenn es denn so etwas überhaupt gibt, vermittelt er (der Film) nicht. Und den Menschen hat er ein weiteres Stück von uns entrückt“. Ich freu mich trotzdem wie Bolle auf den Film.

Die Hähnchenteile gehen jetzt für 30-35 Minuten in den 220 Grad heißen Ofen, nebenbei garen wir in einem Topf mit Wasser, Salz und Butter unseren Lieblingsreis mit abgetropften Kidney-Bohnen aus der Dose. Diese Beilage kann Leben retten und dient ausschließlich der Schärferegulierung nach dem ersten Biss ins Jerk Chicken. Auf den Schreck erstmal ein eisgekühltes Red Stripe Bier!

Auf Dich Bob, schön dass Du da warst!

www.bobmarley.com/marley_the_movie

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