Foodblog cook-off mit Pecorino Romano in Hamburg – ein Abend in Rezepten

Ein Warenkorb, vier Teams, die Challenge: ein italienisches Menü mit Pecorino Romano DOP

Es gibt so ein paar schöne Sachen, die sind irgendwie aus der Mode gekommen in Digitalien, dazu gehört das Echtwelt-Foodblog-Kochen: zusammenkommen, Warenkorb auf den Tisch und aus dem Stehgreif einen kreativen Genuss-Abend zaubern. Ganz ohne Zoom und Chat und Live-St(r)eam. Noch heute erinnere ich mich gerne der Mutter dieses Formates, vor zehn Jahren, das legendäre Food-Camp Chilento. Vergangenen Freitag gelange es, diesen Spirit für einen grandiosen Abend wieder aufleben zu lassen.

Gastgeber Pecorino Romano DOP hatte zum großen Cook off geladen, mich als Küchen-„chef“ und Conférencier  angeheuert – und es war mir bereits eine Riesenfreude den bunten Warentisch einzukaufen, aus dem unserer Gäste am Abend in der Kochschule von The Box ein italienisches Menü zaubern würden. Spontan und ganz frei.

Große Stücke Pecorino Romano DOP bildeten das Zentrum, reichlich frisches Gemüse stand zur Verfügung, exzellentes Risotto, Pasta Bronzo, dies und das… und ein paar besondere Leckereien, wie eine Zampone, gefüllter Schweinsfuß, fermentierte schwarzer Knoblauch Paste und ein Mitbringsel von meiner Reise nach Sizilien neulich – eine unglaublich gute, grüne Pistaziencreme.

Für den Empfang unserer Gäste hatte ich im Vorfeld Pecorino Romano DOP mit Kräutern, Knoblauch und Chili in Olivenöl eingelegt, das supereinfache Rezept findest Du hier.

Dazu gabs meine eingelegten Kirschtomaten, die ich ebenfalls vorbereitet hatte, das Rezept verrate ich Dir hier:

Eingelegte Kirschtomaten

Mittlerweile ein Klassiker aus meiner Küche der immer wieder verblüfft: wie wurde aus einer Kirschtomate diese samtig-saftige Köstlichkeit?

250 ml Wasser mit 50 ml Essig (ca. 5 % Säure), 100 ml Ahornsirup, 6 weißen Pfefferkörnern, 1 Lorbeerblatt, 1 Sternanis (optional), 2 Zweigen Estragon (optional), ½ TL Salz und der fein abgeschälten Schale von ½ Bio-Zitrone aufkochen. Abkühlen.

400 g feste Kirschtomaten mit einem für wenige Sekunden in reichlich kochendes Salzwasser tauchen, bis die Haut aufspringt – sofort herausnehmen und in kaltem Eiswasser abkühlen. Die Tomaten häuten und mit dem Sud in ein Schraubglas geben. 1-2 Tage ziehen lassen. Hält im Kühlschrank bis zu 2 Wochen.

Beschwingter Auftakt beim Eintreffen der Gäste mit einem außergewöhnlichen Aperitif den Sommelière Stefanie Döring vom Weinladen St. Pauli für uns ausgesucht hatte: gekühlter Rotwein! What? Echt jetzt?

Ja  – und richtig toll: 2020 Vino Rosso Leggero – der Name ist Programm! Der superleichte Bio Rotwein von Winzer Martin Gojer vom Weingut Pranzegg in Südtirol will und darf gut gekühlt auch als Apero gereicht werden, mit nur 11 % vol macht er einfach gute Laune.

Lange hatten wir uns alle nicht gesehen, alte Freunde und Bekannte, neue Gesichter – und zwei echte Überraschungsgäste – der Anuga-Messe in Köln ist es zu verdanken, dass Gianni Maoddi, Präsident des Consortiums Pecorino DOP sich an diesem Abend nicht nur in Deutschland aufhielt, sondern uns auch, gemeinsam mit Kommunikationsleiterin Daniela Murgia und einer Übersetzerin, die Ehre gab.

Nach der Begrüßung durch Carmen Hillebrand von der ausführenden Agentur Sopexa, war es uns eine Freude, das Wort sogleich an Gianni Maoddi weiterzugeben – niemand kann wohl authentischer über Pecorino Romano DOP sprechen, als der Präsident des Konsortiums selbst. Viele Fakten und Infos zu Pecorino habe ich übrigens hier im Artikel

Kochen mit Käse: Pecorino Romano DOP

zusammengetragen (mit Rezept für die legendäre Pasta cacio e pepe)!

Und während ich im Anschluss noch ausführlich zum geplanten Ablauf des Abends referierte… bildeten sich ganz von alleine Koch-Teams und das Plündern des Tisches begann, noch bevor ich uns allen einen guten Abend wünschen konnte. :-)))  – es wurde direkt emsig geplant, entwickelt, gewerkelt, probiert – alle Teams halfen sich auch zu jeder Zeit und besonders beim Anrichten und Servieren der Gänge:

Spaghetti mit Paprika und Pecorino

Dennis Spahn und Reinhard Alles vom Craftbeer-Podcast Männerabend starteten den Pecorino-Genussabend mit einer unglaublichen Pasta aus abgezogenen, fein gewürfelten Paprika, Zwiebeln und ihrem „1 Flasche von allem“-Rezept: 1 Flasche Weißwein, 1 Mini-Fläschchen Ahornsirup und 1 Flasche Sahne – alles wird, in Reihenfolge, aber auch miteinander ,reduziert und eingekocht und mit tropfheißen Spaghetti sowie reichlich geriebenem Pecorino zu Götterspeise! Die Zweifel am ungewöhnlichen Rezept direkt zerstreuen. Lob gabs auch vom Kunden aus Italien – mehr geht doch nicht!

Risotto mit grünem Spargel, Feige und Speckschaum

Foto: Pias Deli

Klassische Menüfolgen sind für Langweiler und auch an diesem Abend griff die goldene Risotto-Regel: nicht das Risotto wartet auf den Gast, sondern der Gast auf das Risotto – zweiter Gang von Conny Wagner (Seelenschmeichelei), Pia Rheingans (Pias Deli) und Oliver Wagner (Kochfreunde). Einfach perfekt in Zubereitung und Kombination, knackiger Spargel, süße Feigen leicht angeschmort, der würzige Pecorino – und wie ein Ausrufezeichen der köstliche Schinken-Schaum als cremig schmelzendes, tiefwürziges Topping.

Großartig zu beidem (und auch den folgenden Gängen), der Weißwein, den Stefanie Döring für uns ausgesucht hatte: 2019 Catarratto Lucido von Marco De Bartoli – ein eleganter Naturwein, wild, frisch, blumig und von würziger Herbheit.

Tris di Antipasti

Foto: Seelenschmeichelei

Zeit für ein paar Vorspeisen und das Dreierlei Antipasti von Benjamin Cordes (Kaisergranat) und Julian Finn (ohne Blog) sorgte für einen weiteren Höhepunkt: erfrischend und knackig der gehobelte Salat von rohem Fenchel mit Kapern und Pecorino, die schlotzige Peperonata-Antipasti – klauen und nachmachen sollten wir alle aber auch dringlichst die in Olivenöl gebratenen Auberginenscheiben, die Ben und Julian anschließend, mit wenig von der fermentierten  schwarzen Knoblauchpaste bestrichen und mit geriebenem Pecorion bestreut, kurz vor dem Servieren im Ofen gratiniert hatten. Umami pur! Die Geschmackstiefe der Paste in Kombination mit Aubergine und der fein-säuerlichen Würze des Pecorino – mega!

Ofengeschmorte Salsiccia

Foto: Kochfreunde

Und ich so, außer rumstehen und Volksreden halten? Ich habe meine „noch nicht aber bald legendären“ ofengeschmorten Salsiccia zubereitet:

Für 4-6 Personen (hier wurden Mini-Tellerchen gereicht)

800 g Tomaten

Salz

2 Zwiebeln

8-12 Fenchel – Salsiccia

1-2 Knoblauchzehen

1 Lorbeerblatt, 1-2 Zweige Rosmarin und Thymian

100 ml trockener Weißwein

einige (schwarze) Oliven

Basilikum

schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Tomaten stückig schneiden, salzen und beiseitestellen. (Gerne schon Stunden vorher salzen – es bildet sich mit der Zeit ein herrlicher Tomatensud, Basis für die Ofen-Schmorrerei)

Den Ofen auf 220 Grad schalten.  Zwiebeln pellen, in Spalten schneiden und salzen. Würste in einer Auflaufform mit den Zwiebeln im heißen Öl hellbraun anbraten. Knoblauch pellen, in Scheiben schneiden und mit  den Kräutern zugeben.

Mit Weißwein ablöschen, die Oliven und die Tomaten mit dem Saft zugeben und aufkochen. Im heißen Ofen auf der mittleren Schiene 20 Minuten garen. Mit Basilikumblättchen bestreuen, pfeffern und mit reichlich frisch geriebenem Pecorino bestreut servieren.

Tipp: dazu passt Baguette aber auch ein einfaches Risotto oder eine cremige Polenta

Zampone mit lauwarmem Linsensalat

Foto: Kochfreunde

Ach ja, und dann war da noch der gefüllte Schweinsfuß auf den ich mich schon die ganze Woche gefreut hatte – irgendwie wollte den keiner machen. Ich hab den dann in heißem Wasser gargezogen, dazu ein klassischer, lauwarmer  Linsensalat (die Linsen mit Pecorino-Rinde gegart, das gibt Umami und die weiche Rinde schmeckt später auch köstlich).  Der Clou waren geröstete und fein gehackte Pinienkerne die ich mit noch mehr Pecorion erst kurz vor dem Servieren unter den lauwarmen Salat gemengt habe – für noch mehr Knack und Geschmack.

Feigencreme gefüllte Zucchiniblüten mit Pistaziencreme und Maronen-Panettone

Immer gerne will sich niemand in solchen Cook offs ums Dessert kümmern. Sabine Engel (hamburgkocht) und Romy Mlinzk (snoopsmaus), sind da aber gottlob aus anderem Holz geschnitzt und fürchteten auch nicht die gehobene Schwierigkeitsstufe für ein göttliches Dolci: hauchzarte Zucchiniblüten, filigran gefüllt mit einer fluffigen Creme aus Feigen, Ricotta und Pecorino, im Ofen gedämpft, mit süßer Butter abgeglänzt und dann mit Pistaziencreme zur herbstlicher Panetone serviert. Dazu ein Crunch aus karamellisierten Pistazien, Zitrone und Pecorino(!) –  echt neu und richtig gut! Ein süßes Kunststück für das Sabine dankenswerter Weise bei sich im Blog auch das Rezept zum Nachmachen notiert hat.

Ich glaube man merkt es den Bildern und Rezepten an: es war ein grandioser Abend im The Box in Hamburg und es ist die Energie und Leidenschaft der TeilnehmerInnen, die einen Abend wie diesen glänzen lässt.

Gemeinsam kochen, mit allerbesten Produkten, guten Weinen und ganz viel Lebensfreude. Danke, das war besonders schön.

Offenlegung:

Ich danke Enjoy Pecorino Romano DOP für die Möglichkeit und die Unterstützung beim Event!

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