Das kulinarische Gedicht (2): Fitzgerald Kusz „vegetarisches massaker“

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Diese Woche verbrachte ich auf Montage im Fränkischen und es freut mich sehr, dass ich für die zweite Folge der neuen Lyrik-Reihe „Das kulinarische Gedicht“, DEN fränkischen Dichter gewinnen konnte: Fitzgerald Kusz!

Fitzgerald Kusz bedient sich in seiner Arbeit ganz bewusst der Mundart, Dialekt ist bei ihm immer auch Stilmittel und Sprachschöpfung. Auf fabMUC.de, unserem Blog zum forum:autoren des Münchner Literaturfestes 2011, findet sich sein hochinteressantes Statement zu Mundart und Dialektdichtung: Warum im Dialekt?. Jetzt aber erstmal viel Spaß mit Kusz „vegetarischem massaker“, für Menschen nördlich des Mains sicher eine knifflige Dechiffrier-Aufgabe, eine Übersetzung ins Hochdeutsche findet sich in den Kommentaren!

vegetarisches massaker

di domoodn könnä nu su schreiä
däi kummä undäs messä
di gelbäroum solln es maul haldn
däi werrn ganz fein zäschdückld
dä salood soll aufhörn zum jammern
deä werd underm wassähohnä dädränkd
di gurkn solln si blouß ned su aufreeng
däi werrn schäi in scheim gschniidn
di radieslä kummä aa ned dävoo
dennä werd dä kubf oogrissn
di zwiebl greinä umäsunsd
däi werrn klidzäklaa zähackd
allers mou schderm
obbä iich leb

Fitzgerald Kusz

Fitzgerald Kusz, Dramatiker und Lyriker, am 17.11.1944 geboren in Nürnberg, lebt in Nürnberg. Verheiratet, drei Kinder.8 Literaturpreise. Zuletzt: August Graf von Platen-Preis, Ansbach 2011.Bundesverdienstkreuz, 1992.

12 Gedichtbände im fränkischen Dialekt: Zuletzt: Der Vollmond über Nämberch. Die besten Gedichte aus 40 Jahren, ars-vivendi, Cadolzburg 2009.

Über 20 Theaterstücke, Auswahl:
Schweig, Bub! Staatstheater Nürnberg 1976; Stinkwut. Volksstück, Nationaltheater Mannheim 1979; Unkraut. Volksstück, Esslingen 1983; Letzter Wille, Volksstück ,München 1996. Der fränkische Jedermann Staatstheater Nürnberg 2001. Witwendramen, Singen 2005; Schlammschlacht, Ohnsorg-Theater, Hamburg 2006; Lametta Staatstheater Nürnberg 2010.

Zahlreiche Szenen und Minidramen. Mitglied des VS, des PEN, bei den Münchner Turmschreibern und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Aufführungsrechte beim „Verlag der Autoren“.

www.kusz.de

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